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Cumulonimbuswolke aus dem Jahr 2007

Sonnenuntergang aus dem Jahr 2008

Gewitteraufzug im Jahr 2008

 

Umgang mit Wetterkarten

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Wetterkarten verschiedener Modelle, die ständig (teilweise aller 6 Stunden) aktualisiert werden. Beispiele für Modelle sind z.B. GFS (Global Forecast System) oder GME (Vorhersagemodell des DWD). Ersteres Modell bietet dabei das größte öffentlich zugängliche Angebot, weshalb ich Zusammenhänge anhand von Karten dieses Modelles versuchen werde zu erklären. Es sei aber darauf hingewiesen, dass dies deshalb nicht "das beste Modell" ist. Die verschiedenen Modell haben oftmals ihre ganz eigenen Stärken. Um diese aufzuzeigen, helfen nur Verifikationen (also Vorhersageanalysen im Nachhinein).

Für eine Verifikation gibt es im Wetterzentrale-Forum immer wieder sehr schöne Beispiele: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?7,1491017,1517628#msg-1517628


Erklärung der verschiedensten Wetterkarten:

Die Wetterzentrale bietet ein sehr reichhaltiges Kartenangebot (Link zum Kartenangebot (GFS) der Wetterzentrale). Es lohnt sich auf jeden Fall diese Karten einmal genauer zu studieren. Sicherlich wird es Ihnen nach anfänglichen Schwierigkeiten kaum mehr schwer fallen den Grundinhalt der Karten zu erschließen.

Unter dem oben genannten Link finden Sie im Kopf der Seite viele Karten. Wenn Sie diese Anklicken erscheinen die Stunden vom aktuellen Zeitpunkt aus gesehen für die Zukunft.

Folgend stelle ich die wichtigsten Karten vor.

Quelle der Karten: Alle Karten wurden mir freundlicher Weise von www.wetterzentrale.de bereitgestellt

 

Inhalt:

1. Übersicht - Geopotential, Theta-E-Karten

2. Die Temperatur in 850 hPa und am Boden

3. Niederschlagskarten

 

1. Übersichtskarten - Geopotentialkarten, Theta-E-Karten:

Erst einmal sollte man sich immer einen Überblick über die aktuelle oder die für die Zukunft berechnete Großwetterlage verschaffen. Dazu helfen Ihnen besonders so genannte Geopotential und Theta-E-Karten.

Geopotential-Bodendruck-Karte:

Geopotentialkarte

 

Das Geopotential gibt ganz allgemein gesagt den Gehalt der potentiellen Energie einer Luftmasse an. Folglich wird der Luftdruck in 500 hPa Höhe (4800 bis 6000 Meter über NN) angegeben. Blautöne entsprechen dabei einem tieferen Druck als die Rottöne. Zusammen mit dem auch angegebenen Bodendruck lässt sich schnell ein Überblick über die Druckverteilung gewinnen. So ist auf der oberen Karte ein von den britischen Inseln bis nach Grönland reichender Tiefdruckkomplex zu erkennen. Da sich die Luftmassen in Tiefdruckgebieten auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn bewegen, werden nach Deutschland eher mildere Luftmassen transportiert. Im Gegenzug stoßen über dem Atlantik kalte Luftmassen nach Süden vor.

Durch die angezeigten Isobaren-Linien (Linien gleichen Luftdrucks) lassen sich desweiteren im Groben die Windgeschwindigkeiten erahnen. Je enger die Isobaren liegen, desto stärker sind die Windgeschwindigkeiten.

Die Temperatur lässt sich aus dieser Karte allerdings nicht wirklich ablesen - Besonders im Winter nicht, wegen der berüchtigten Inversionswetterlagen (Temperaturumkehr) bei Hochdrucklagen.

Auch kann man aus dieser Karte keine Kalt- und Warmfronten, sowie Okklusionen herauslesen.

Dabei helfen die Theta-E-Karten weiter:

Theta-E-Karte

 

Die Karte zeigt neben dem Bodenluftdruck auch die potentielle Temperatur in der Höhe von 850 hPa an. Durch die Farb-Visualisierung ist zu erkennen, wo Warmluft oder auch Kaltluft herangeführt wird. So besitzt beispielsweise das Tief bei Groß Britanien einen schmalen Warmluftbereich.

Klickt man sich nun weiter durch die in der Zukunft liegenden Termine, so kann man die weitere Entwicklung erahnen. Allerdings sollte man sich auf Karten im Zeitraum über 5 Tage in keinem Falle verlassen! Bei sehr schwierigen Wetterlagen kann der sichere Bereich auch auf unter 2 Tage schrumpfen.

Mit diesen oben vorgestellten Karten dürften Sie einen groben Überblick über die Lage gewonnen haben. Nun ist es Zeit ins Detail zu gehen...

 

2. Die Temperatur in 850 hPa und am Boden:

Neben dem Niederschlag, zu dem ich später komme, interessiert natürlich ganz besonders die Temperatur. Diese aus den Karten abzulesen ist etwas schwieriger. Dies lässt sich mit folgender Karte schön veranschaulichen:

Temperaturkarte

 

Innerhalb der kleinen roten Markierung im rechten Bereich der Karte liegt Dresden, wie auch knapp südlich das Osterzgebirge. Schaut nun eine Dresdener auf diese Karte, so würde er 1°C als Tageshöchsttemperatur erwarten. Doch auch der Osterzgebirgler auf vielleicht 800 Meter würde diese Tmax erwarten. Der Höhenunterschied beider Standorte liegt jedoch bei 700 Meter. Folglich ist oben gezeigte Karte nicht sehr hoch aufgelöst, was die Temperaturen betrifft. Der Grund ist, dass das Erzgebirge nicht bzw. kaum mit in die Berechnungen des Modells (GFS) einberechnet wird, da dieses Modell recht grob ist mit einer Auflösung von 50*50 Kilometer. Aus diesem Grund ist im Osterzgebirge natürlich nicht mit Temperaturen um 1°C zu rechnen. Diese Temperatur bezieht sich auf Dresden. Möchte man nun die Temperaturen der höher gelegenen Region wissen, so gilt als Faustregel: 1 K (Kelvin) weniger pro 100 m. Jedoch kann man diese Faustregel nur bei guter Durchmischung der Luft anwenden. Im Winter treten beispielsweise oft bei Hochdrucklagen Inversionswetterlagen auf, bei denen es auf den Bergen wärmer ist, als im Flachland, wo dann oftmals Hochnebel vorherrscht.

Auch darf man die angegebene Temperatur nicht ganz genau nehmen, denn durch kleinste Veränderungen verschiedener Parameter kann es schnell zu einem Abweichen des vorrausberechneten Temperaturnivaus kommen.

Wir lernen also, dass man aus einer bloßen Temperaturkarte nicht sofort die wirkliche Temperatur herauslesen kann, sondern auch die örtliche Topografie mit einbeziehen muss.

Eine weitere Möglichkeit, die Temperatur vorherzusagen liegt in der Verwendung der 850-hPa-Temperaturkarten. Diese Karte gibt die Temperatur in der Höhe von 850 hPa an. Natürlich schwankt dieses Nivau je nach relativen Luftdruck. Im Mittel pendelt sie aber um die 1200 bis 1500 Meter. Somit ist bei guter Durchmischung der Luft wieder mit oben genannter Faustregel auf das Temperaturnivau der jeweiligen Höhenlage zurückzuschließen. Wiederum lässt sich das Ganze besonders im Sommer anwenden, da in dieser Jahreszeit die Durchmischung recht gut ist. Der Grund für die Erwärmung nach unten hin liegt in der adiabatischen Erwärmung der Luft.

Hier eine Karte vom selben Zeitpunkt, wie die obere Temperaturkarte:

Temperatur in 850 h/Pa

Hieraus könnte man also die Temperatur für das Osterzgebirge recht gut bestimmen.

Es ist aber auch zu beachten, dass die Temperaturdifferenz zwischen der verschiedenen Höhenlagen im Sommer durch die gute Durchmischung deutlich größer ist als im Winter. Somit ist die Differenz Sonnestandabhängig.

Ob eine Inversionswetterlage herrschen wird, ist beispielsweise aus beiden Karten und der Temperaturdifferenz herauszulesen.

 

3. Niederschlagskarten

Das wohl schwierigste ist die Vorhersage der Niederschlagsmengen. Dafür braucht man neben den Karten auch Wissen über die lokalen Begebenheiten und außerdem auch noch Glück, da die Berechnung der Niederschläge immer noch ein sehr großes Problem in der Modellwelt darstellt.

Sehen wir uns zuerst eine Niederschlagskarte an:

Niederschlagsvorhersagekarte

 

Auf den Mitteleuropa-Karten der Wetterzentrale sind die dreistündigen Niederschlagsmengen in mm (Millimeter pro Quadratmeter) angegeben. Konvektive Signale (Niederschlag der durch Schauer oder Gewitter ausgelöst wird bzw. schauerartig verstärkt ist) sind dabei durch die orangenen Umrandungen gekennzeichnet.

Diese konvektiv ausgelösten Niederschläge sind gleichzeitig auch das schwierigste in der Vorhersage, da sie durch Schauer ausgelöst werden. Die Zugbahn von Schauern ist jedoch selbst für die Folgestunde schwer vorhersehbar (nicht nur wegen der Zugbahn, sondern auch wegen der Entwicklung bezüglich der Intensität). Somit kann besonders im Sommer eine "3" auf der Karte schnell zu 20 mm, aber auch zu 0 mm in der Realität führen. Dies ist sehr von der Schauerzugbahn abhängig und ist ähnlich einem Lotteriespiel.

Wir lernen also daraus, dass die konvektiven Signale besonders im Sommer nur zeigen können, ob Niederschläge möglich sind, aber weniger, welche Höhe sie erreichen werden.

 

Besonders bei sommerlichen Gewitterlagen ist die Niederschlagsvorhersage also sehr schwierig und man muss noch mehr Karten anderer Parameter heranziehen. Aus diesem Grunde möchte ich zu diesem Thema auch einen eigenen Bereich auf dieser Seite schaffen. Allerdings wird die Veröffentlichung noch eine Zeit dauern.

 

Gehen wir nun zu den besonders nicht konvektiv durchsetzen Niederschlägen zurück. Dessen Vorhersage ist nicht ganz so schwierig. Allerdings ist eine Vorraussage von Niederschlagsgebieten oft nur in der Kurzfrist (bis drei Tage im Vorraus) möglich. Man sollte aber wieder lokale Einflüsse mit bedenken - Damit sind z.B. Luv- und Lee-Lagen an Gebirgen gemeint.

Im Winter stellt sich besonders häufig die Frage: Wird es Schnee oder Regen geben? Um diese Frage zu klären, gibt es einen Trick - Die Taupunkt-Karten. Dabei muss man sich eigentlich nur eine Regel merken: Ist der Taupunkt unter 0°C und es fällt Niederschlag, so fällt dieser als Schnee. In den meisten Fällen entspricht diese Regel auch der Wahrheit.

Dazu eine Taupunktkarte:

 

Damit möchte ich diesen Exkurs in die einfachsten Dinge der Karteninterpretation beenden.

 

 

 

 

Abendliche Superzelle im Jahr 2008

Superzelle im Jahr 2007

Blitzentladung im Jahr 2008

   
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© Josef Kaiser
 
Letzte Aktualisierung: 01.06.2009